Analysedokumentation
erweiterte Dokumentation nach einer von Dr. Wulfram H. Harter entwickelten Schulungsvorlage (2006/© Dr. W.H.Harter)
Dem standardisierten Vorgehen bei der Analyse der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur kommt eine besondere Bedeutung zu. Die genau Festlegung der
- Messreihenfolge
- Messposition
- Testanweisung
sichert quasi die Laborbedingungen der Analyse. Dadurch können die Interratereffekte unterschiedlicher Vorgehensweisen vermeiden werden, s.d. unabhängig von der testenden Person dieselben Messergebnisse zu erwarten sind. Diese erforderliche Objektivität der wissenschaftlichen Test- Güte- Kriterien sichert gleichzeitig die Inhärenz der Daten als qualitätssicherndes Merkmal (Beachte die Beispiel Test-Güte-Kriterien auf dieser Homepage).
Unabhängig von dem gewählten Analyse- und Trainingssystem müssen diese Kriterien bei der Entwicklung beispielsweise eines wertenden Referenzdatenkonzepts unbedingt vorab nach wissenschaftlichen Kriterien festgelegt werden. Kriterien der Vorgabe sind
- allgemeine anatomische Vorraussetzungen
- gerätespezifische Merkmale
- biomechanische Überlegungen
Die Kriterien sollten allgemein derart gewählt sein, dass die standardisierte Durchführung mit der Mehrzahl des gewünschten Probandenklientels durchzuführen ist.
Die o.g. Positionen 1. und 2. definieren dabei aus allgemeinen -für die gewählten Analyse/ Übung relevanten Kriterien- die individuelle Position des Probanden abhängig von definierten anatomischen Merkmalen relativ zum Messsystem. Nach allgemeinen internationalen Konventionen für derartige Messungen sind die relativen Vorgaben aus der Gerätesicht zu definieren. So ist es obligat, das beispielsweise eine Winkelangabe der Körperpositionen eindeutig über eine feste Winkelvorgabe am Gerät festgelegt wird.
In der vorliegenden Dokumentation wird jeweils für jedes Analyse- und Trainingssystem
- das Gerät mit seinen relevanten Verstellmöglichkeiten beschrieben,
- die Bewegungsausführung präzise skizziert,
- die Reihenfolge der jeweiligen Einstellungen festgelegt und beschrieben,
- die Anbahnung der Bewegung und die möglichen Fehlerbilder dokumentiert,
- die Kriterien der Mobilitätsmessung und die Messung des maximalen isometrischen Drehmoments festgelegt.
Allgemeine Hinweise
Die Testpersonen sind darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Analyse um ein anspruchsvolles Verfahren handelt, dass Kooperations- und Konzentrationsbereitschaft sowie Eigenmotivation voraussetzt und nicht unerhebliche körperliche Beanspruchung induziert. Darüber hinaus sind die Testpersonen unmissverständlich darüber aufzuklären, dass momentane Rücken- bzw. Nackenbeschwerden häufig im Anschluss an die Analyse für ca. 24-48 h überlastungsbedingt exzerbieren und bei ca. 1 % der Testpersonen analyseinduzierte Verletzungen (i.d.R. Mikrotraumata im Bindegewebe der Muskulatur) auftreten.
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I.) Rumpfextension
Bei Bewegungen der Lendenwirbelsäule über Kreuzbein liegt das Rotationszentrum auf Höhe des Segment L3/L4. Dies lässt sich durch Palpation ermitteln (Alternative: Lage des oberen Beckenkamms). Der Proband wird in Abhängigkeit von der Lage des Segments L3/L4 zur fixierten Drehachse des Analyse-/ und Trainingssystems positioniert. Ein stufenlos höhenverstellbarer Sitz (1) gewährleistet die achsengerechte Positionierung.

I. 1.) Die Bewegungsausführung der Rumpfextension







I. 2.) Die Anbahnung der Extensionsbewegung

I. 3.) Fehlerbilder in der Rumpfextension

I. 4.) Die Mobilitätsmessung in der Sagitalebene


I. 5.) Die Messung des maximalen isometrischen Drehmoments in der Rumpfextension
- Die Bewegungsausführung in der Mobilitätsmessung ist mit einer langsamen Bewegungsgeschwindigkeit durchzuführen. Ansonsten ist das Kommando des Therapeuten zum Beenden nicht zeitnah zu realisieren.
- Die Durchführung der isometrischen Maximalkraftmessung bedingt ein Feststellen des Trainingsarms. Trotzdem muss der Patient/Proband so drücken, als ob er die Bewegung noch durchführen möchte!
- Die Vereinbarung des Kommandos muss präzise vorgegeben werden. Es empfiehlt sich ein eindeutiges, dreistufiges Kommando anzuweisen. Beispiel:
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- eins (leicht Andrücken)
- zwei (stetig stärker drücken)
- drei (maximal drücken)

- pro Seite sind im Minimum 2 Messungen durchzuführen
- der Wert muss reproduziert werden können,
- bei einer Abweichung > 3% folgt ein weiterer Versuch (max.3 Versuche)

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II.) Rumpfflexion

- Rotationszentrum: L3/L4 (1) oberer Beckenkamm
- Kraftübertragung durch Schulterauflage (2)
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- Positionskriterium: Mitte des Polsters auf Höhe der Schulterachse
- Oberarme eng am Rumpf anliegend
- Handflächen auf dem Schulterauflagepolster aufliegend (bei Hilfsbewegung durch Ziehen die Handrücken anlegen)
- Dorsale Becken- und LWS-/BWS- Stütze (3)
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- erleichtert kontrollierte segmentale Bewegung
- für Trainingszwecke variierbar
- sagitaler Hüftwinkel: ca. 75-80°
- Sitzneigung (4)
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- Für das Training von Patienten mit Affektionen/ Irritationen am Iliosakralgelenk variierbar
- Vordere Oberschenkelauflage (5)
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- An die Oberschenkellänge anpassbar
- Positionskriterium: ca. 1-2 cm hinter der Kniekehle
- Kniefixation (6)
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- Längsverstellung in Abhängigkeit von den individuellen Dimensionen von Kniegelenk und Unterschenkel
- Kniewinkel: 56-75°
II. 1.) Die Bewegungsausführung in der Rumpfflexion

II. 2.) Die Positionierung des Patienten in der Rumpf- Flexion





II. 3.) Die Anbahnung der Flexionsbewegung des Rumpfes

II. 4.) Mögliche Fehler in der Flexionsbewegung des Rumpfes

II. 5.) Die Messung des maximalen isometrischen Drehmoments in der Rumpfflexion

- pro Seite sind im Minimum 2 Messungen durchzuführen
- der Wert muss reproduziert werden können,
- bei einer Abweichung > 3% folgt ein weiterer Versuch (max.3 Versuche)
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III.) Die Rumpf- Lateralflexion

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Ein komplexer Oberschenkel- und Beckenfixierungsmechanismus gewährleistet die Isolation der Rumpfbewegung
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mittels stufenlos verstellbarer Fußauflage (2) werden die um ca. 20-25° abduzierten Oberschenkel bei einem Kniewinkel von ca. 90° gegen die lateralen Beckenpolster (3) fixiert
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ein stufenlos selbstzentrierender Verstellmechanismus ermöglicht die optimale Anpassung der lateralen Beckenpolster an die Beckenbreite des Probanden
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eine dorsale Becken und- LWS- Stütze (4) erleichtert die aufrechte Sitzposition
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die Kraft der Rumpflateralflexoren wird über laterale Rumpfpolster (5) auf den Bewegungsarm des Systems übertragen
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diese Polster können durch einen stufenlosen selbstzentrierenden Seitenverstellmechanismus an die Rumpfbreite sowie durch stufenlose Höhenverstellung (6) an die Rumpflänge des Probanden optimal angepasst werden (Positionskriterium: Höhe der Achselhöhe, dabei kein Anheben der Schulter)
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III. 1.) Die Bewegungsausführung in der Rumpflateralflexion

III. 2.) Die Positionierung des Patienten in der Rumpf- Lateralflexion





III. 3.) Die Anbahnung der Lateralflexion

III. 4.) Mögliche Fehler in der Rumpf- Lateralflexion

III. 5.) Die Mobilitätsmessung in der Rumpf- Lateralflexion
III. 6.) Die Messung des maximalen isometrischen Drehmoments in der Rumpflateralflexion

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IV.) Die Rumpfrotation

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Ein komplexer Oberschenkel- und Beckenfixierungsmechanismus stellt die Isolation der Rumpfbewegung sicher
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bei einem durch stufenlose höhenverstellbarer Fußauflage (2) realisierten Kniewinkel von ca. 90° wird durch ein stufenlos längsverstellbares Kniepolster (3) eine nach rückwärts auf den Femur wirkende Kraft erzeugt. Diese bewirkt in Verbindung mit
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der dorsalen Becken- und LWS- Stütze (4) und
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den stufenlos an die Beckenbreite des Patienten / Probanden anpassbaren lateralen Beckenpolster (5) die Stabilisierung und Fixierung des Beckens
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die aufrechte Kopf- und Körperhaltung des Probanden/Patienten wird durch
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die dorsale Becken- und LWS- Stütze (4) sowie
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das an die individuelle Rumpftiefe stufenlos anpassbare Rückenpolster mit Kopfstütze (6) standardisiert
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Eine Rotation im Schultergürtel wird darüber hinaus durch stufenlos seitenverstellbare laterale Rumpfpolster (7) erschwert. Diese können
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optimal an die individuelle Rumpfbreite angepasst werden (Positionskriterium: Höhe Schultergelenk)
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das Rückenpolster mit Kopfstütze (6) und
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die lateralen Rumpfpolster (7) bilden zusammen die Oberkörperfixierungseinheit
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IV. 1.) Die Bewegungsausführung in der Rumpf- Rotation

IV. 2.) Die Positionierung des Patienten in der Rumpf- Rotation





IV. 3.) Die Bewegungsausführung in der Rumpf- Rotation

IV. 4.) Mögliche Fehler in der Rumpf- Rotation



IV. 5.) Die Mobilitätsmessung in der Rumpf- Rotation

IV. 6.) Die Messung des maximalen isometrischen Drehmoments in der Rumpf- Rotation

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